Wie muss ein heutiges förderliches Lehrer-Schüler-Verhältnis aussehen?

Eine neue Yogakultur, die ihren Ausgangspunkt für die Yogapraxis in spirituellen Gedanken hat, benötigt eine Beziehung zu Geistlehrern, die das Gedankengut gegeben haben. Die tragende Verbindung eines Schülers zu einem spirituellen Lehrer und dessen Schriften liegt in der gemeinsamen Zielorientierung. Das Thema, das Ideal das der Schüler wählt und ausgestalten möchte, verbindet ihn mit dem Lehrer.

 

Möchte jemand z. B. das Herzcakra bei sich entwickeln um die entsprechenden Qualitäten dann durch sich selbst auszustrahlen, muss er sich mit den vom Geistlehrer beschriebenen Kriterien beschäftigen, die dafür notwendig sind, um das Bewusstsein auf diese höhere Stufe zu heben. In diesem Ringen, die eigene subjektive Anlage in der Persönlichkeit zu überwinden, ist der Schüler auf verborgene Weise mit dem Lehrer verbunden.

 

Es ist nicht eine Methode oder Technik, die angewendet wird und auch keine bloße passive Verehrung und Anhängerschaft, sondern ein innerer Entwicklungsschritt zu einem reiferen Menschen, der einen esoterischen Gedanken zu seinem Ideal macht und ihn im Leben auf praktische Weise umsetzt. Diesen Weg geht der Schüler eigenständig und aus eigener Initiative. Er hat den Blick dabei mit einem natürlichen Respekt auf den Lehrer gerichtet, der die von ihm angestrebten Tugenden bereits verwirklicht hat. In diesem Sinne ist der Lehrer ihm ein Vorbild, das er erforschen und beobachten kann in seiner Denkweise, seiner Sprache, seinem Umgang mit Menschen und allgemein mit dem Leben und in den Früchten seiner Handlungen.

   

 

 

"Das Lehrer-Schüler-Verhältnis innerhalb der seelisch-geistigen Entwicklung"

Heinz Grill bezeichnet diesen Geistschulungsweg auch als einen "Neuen Yogawillen" oder wie im Untertitel erwähnt als eine "Neue Yogaempfindung", da es das charakteristische an diesem Yoga ist, dass er nicht im Körper beginnt, wie bei den meisten Yoga-Übungswegen, sondern seinen Ausgangspunkt in den spirituellen Gedanken von Geist-lehrern hat. Diese Besonderheit, dass Gedanken die Ausgangsbasis für eine Bewusstseinsentwicklung darstellen und nicht körperliche Übungen, personifizierte Verehrungen, Dogmen oder andere Äußerlichkeiten, stellt für die kommende Entwicklung des Menschen eine, wie er es beschreibt, wesentliche Grundlage dar.