Rudolf Steiner

begründete die Anthroposophie

Rudolf Steiner (1861 - 1925) war Goethe-Forscher, begründete die Anthroposophie als Wissenschaft vom Geistigen und gab die wesentlichen Grundlagen für die Eurythmie, die Waldorfschulen, die biologisch-dynamische Landwirtschaft, einen organischen Baustil und die anthroposophisch erweiterte Medizin. Ebenso ist der Gedanke der Dreigliederung des sozialen Organismus, der das Prinzip der Freiheit im Geistesleben, der Gleichheit im Rechtsleben und der Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben ermöglichen soll, bis heute ein wichtiges Ideal. 

Er hat ein großes schriftstellerisches Werk hinterlassen, das aus seiner eigenen geistigen Schau heraus entstanden ist und vielen Menschen eine Grundlage und einen konkreten Schulungsweg für eigene tiefere Erkenntnisse und Fähigkeiten ermöglicht. 

Rudolf Steiner hat bis heute eine große Gegnerschaft. Da es sich bei der Anthroposophie um eine Geheimwissenschaft, eine Lehre vom Übersinnlichen handelt, ist es auch naheliegend, dass  eine wirklich fundierte Kritik nicht allein aus dem gewöhnlichen Verstandesdenken heraus erfolgen kann. Dies kann nur zu Missverständnissen und daraus resultierenden unangebrachten Vorwürfen führen.

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es öffentliche Hetzkampagnen gegen Rudolf Steiner. Er war von der NSDAP verfolgt und überlebte mehrere Tötungsversuche. Auch Hitler ging später gegen die Einrichtungen der Anthroposophie vor und ließ die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft als gefährliche Logen-Anhänger verfolgen. Er fürchtete, sie könnten mit ihren Ideen viele Leute anstecken. Die Anthroposophie ist auch mit dem Sektenvorwurf belegt, da sich die Gedanken zu Reinkarnation, Karma und das Motiv der Erkenntnissuche nicht mit den Kirchenlehren decken.

 

Sie werden sich fragen, was Rudolf Steiner mit Yoga zu tun hat. Tatsächlich hat er den Begriff des "Neuen Yogawillen" geprägt.

Er beschreibt den Menschen aus sehr alten orientalischen Zeiten als vollkommen gegensätzlich zum heutigen Menschen. 

Nun muß man wissen,  dass den Menschen dieser älteren Kulturen es ganz natürlich gegeben war, nicht bloß die äußeren Sinneserscheinungen zu erleben sondern in allem gleichzeitig ein Seelisch-Geistiges wahrzunehmen. Zudem war den damaligen Menschen nicht ein so starkes, innerlich gefestigtes Selbstbewusstsein gegeben, wie wir es heute haben. Er nahm sich selbst als ein Glied seiner Umwelt wahr, die er durchgeistigt und beseelt erlebte; er sonderte sich nicht durch ein selbständiges Ich von dieser Umwelt ab. 

Indem der Yogi in den Übungen sein Denken durch längere Einatem-, Anhalte- und Ausatemzeiten mit dem Atmungsprozess verband kam er zu einer Erfassung des menschlichen Selbstes. Dasjenige was für uns heute durch unsere vererbten Eigenschaften, durch unsere Erziehung selbstverständlich ist, dass wir uns als Selbst, als Ich fühlen, das musste in jenen alten Zeiten auf dem Umweg durch Übungen errungen werden.

Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass ein heutiger Erkenntnisweg anders sein muss, da sich auch das menschliche Bewusstsein weiter entwickelt hat. Heute erleben wir uns mehr in einer Trennung zur Umwelt und brauchen daher andere Wege um unser Bewusstsein so zu schulen, dass wir wieder mehr eine Verbindung zur Natur und den Mitmenschen erleben. Wir müssen durch entsprechende Übungen lernen, unser Denken von unserem Leib und den aufgespeicherten Erfahrungen frei zu halten.

Wir empfehlen den Vortrag von Rudolf Steiner "Anthroposophie und Naturwissenschaft. Yoga, Askese, Denkerkraftung" vom 1.6.1922 aus dem Büchlein "Wege der Übung". 

"Deshalb gehen wir heute davon aus, das Denken nicht durch den Umweg des Atmens zu bearbeiten, sondern es direkt zu bearbeiten, indem wir gewisse Übungen machen, durch die wir das Denken innerlich kraftvoller, energischer gestalten, als es im gewöhnlichen Bewusstsein ist."

Rudolf Steiner

Der Neue Yogawille in seiner Beziehung zur Anthroposophie

 

Heinz Grill bringt in diesem Buch den Yoga in Beziehung zur Anthroposophie. So lautet ein Kapitel "Erkenntnisbildung zur Atemführung (Pranayama) im Lichte der Yoga-Kritik Rudolf Steiners" und ein anderes "Ein erweitertes Verständnis der Atmung unter Einbezug der anthroposophischen Menschenkunde und Medizin".

 

ISBN 978-3-7964026-85 erschienen im Heinrich Schwab Verlag

255 Seiten, Hardcover, 19 €

Ein neuer Yogawille für ein integratives Bewusstsein in Geist und Welt - Praktische Umsetzung des Lichtseelenprozesses nach Rudolf Steiner

 

Heinz Grill widmet ein Kapitel der Beziehung von Rudolf Steiner und Sri Aurobindo zu Yoga.

Die Seelenkräfte des Menschen, das Denken, das Fühlen und der Wille, werden als Wegbereiter für die Erhaltung des Selbst vom Autor in eine günstige Ordnung innerhalb der Meditation und der verschiedenen Körperübungen des Yoga gestellt.

 

ISBN 978-3-935925-70-9

erschienen im Lammers-Koll-Verlag, 151 Seiten, Hardcover, 18 €

Eine Übersicht über Bücher aus dem Gesamtwerk von Rudolf Steiner erhalten Sie beim Verlag Freies Geistesleben.