Sri Aurobindo

"Das Ziel des Yoga ist es,

das Bewusstsein dem Göttlichen gegenüber zu öffnen

und immer mehr im inneren Bewusstsein zu leben,

während man aus ihm heraus auf das äußere Leben einwirkt."

 

Sri Aurobindo (1872 - 1950) war ein indischer Politiker, Philosoph, Hindu-Mystiker, Yogi und Guru. Von seinem 7. Lebensjahr bis zum Alter von 21 Jahren lebte er in England. Nach seiner Rückkehr nach Indien folgten 15 Jahre politischer Aktivität. In dieser Zeit wandte er sich immer mehr der Ausübung und dem Studium der indischen Yoga-Lehren zu. 1908 wurde er wegen Aufwiegelung angeklagt und verbrachte ein Jahr im Gefängnis. In dieser Zeit studierte er intensiv die Bhagavad Gita. 

1910 ließ er sich in Pondicherry in Südindien nieder und entwickelte den Integralen Yoga im Sinne einer modernen, zukunftsweisenden und umfassenden Bewusstseinsentwick-lung. Er wollte östliches und westliches Denken verbinden um damit allen Menschen neue Lebensmög-lichkeiten zu schaffen. 

Ab 1914 erschien seine philosophische Zeitschrift Arya, in der er in Folgen die meisten seiner bedeutenden Werke veröffentlichte. Bis zu seinem Lebensende arbeitete er an dem umfangreichen epischen Werk "Savitri", das 24000 Verse bzw. Zeilen umfasst. 

Nach seinem vollkommenen Rückzug aus der Öffentlichkeit ab 1926 unterhielt er eine umfangreiche Korrespondenz mit seinen Schülern. Ein Teil seiner mehr als tausend Briefe wurde später in drei Bänden, genannt "Letters on Yoga", veröffentlicht.

Das Ziel des integralen Yoga ist eine schrittweise Vereinigung mit dem Göttlichen und, verbunden damit, dessen wachsende Offenbarung in allen Bereichen des menschlichen Lebens. Es geht nicht nur um den Aufstieg zum Göttlichen, sondern auch um die Herabkunft des Göttlichen die folgen muss, damit die Welt transformiert werden könne. Es ist ein philosophischer Yoga ohne fest definierter Übungen wie z.B. im Hatha-Yoga. Wesentlich ist die vollkommene Hingabe, in der der Übende all seine Handlungen, Worte und Gedanken dem Göttlichen widmet. Die Welt soll nicht abgelehnt oder überwunden werden, sondern mit dem Göttlichen durchdrungen werden. Dies erfordert die Umwandlung aller Wesensteile des Menschen. 

Sri Aurobindo sah es als seine Lebensaufgabe an, der Menschheit ein neues Bewusstsein - er nannte es das supramentale Bewusstsein - zu eröffnen. Dieses Supramental soll alle Gegensätze in sich vereinen und ein inneres Wissen um alle Dinge besitzen. 

 

Mirra Alfassa

bekannt als "Die Mutter"

(1878-1973)

Malerin, Mathematikerin, Pianistin, lebte 30 Jahre mit Sri Aurobindo. Sie leitete ab dem Rückzug Aurobindos im Jahr 1926 den Ashram und die Stadt Auroville. Nach seinem Tod übernahm sie auch die innere Führung seiner Schüler. Die Mutter verwirklichte selbst die physische Transformation. Ihre Erfahrungen besprach sie mit ihrem Schüler Satprem, der die Gespräche, die in den Jahren von 1951 bis 1973 stattfanden, aufzeichnete und veröffentlichte ("Mutters Agenda"). 

 

Eine sehr umfangreiche Literaturempfehlung zu Werken von und über Sri Aurobindo und Die Mutter finden Sie auf der Seite www.aurobindo.de.