Die Lungenatmung

Diese Atmung hängt mit der Entwicklung einer Sensibilität zusammen, die mehr nach außen orientiert ist. Nicht nach innen in die eigene Organ- und Körperwelt soll der Übende hinein spüren, sondern das Bewusstsein soll zu differenziert getätigten Wahrnehmungen nach außen geschult werden. 

Im folgenden Video ist am Beispiel des Halbmondes (anjaneyasana) dargestellt,  wie sich durch ein bewusstes Loslassen des Körpers immer wieder Fixierungen in der Wirbelsäule lösen und die Bewegung weiter in die Rückwärtsbeuge geführt werden kann. Dieses Loslassen des Körpers geschieht, indem dieser zu einer Ruhe gebracht wird und die Aufmerksamkeit auf den von außen kommenden Atem gelenkt wird. 

Nach diesen kurzen und bewusst hergestellten Momenten der Ruhe kann der Körper gezielt wieder ergriffen werden, z.B. aus der Mitte der Wirbelsäule heraus oder aus den untersten Rückenabschnitten. 

 

 

Durch diese Übungsgestaltung tritt eine sehr differenzierte Wahrnehmung des Körpers ein. Dies führt in der Folge zu einem differenzierteren Denken. 

Es wird die Entwicklung einer Sensibilität in der bewußten Wahrnehmung nach außen gefördert, was in der Folge das Nervensystem stärkt. Oftmals gleiten die Sinne nur oberflächlich nach außen, die Außenwelt wird nicht wirklich gesehen, man blickt mehr mit den Projektionen aus dem eigenen Inneren auf die Erscheinungen der Welt oder auf die Mitmenschen. Dadurch bleibt man mehr oder weniger bei sich abgeschlossen, auf sich selbst bezogen. 

Je freier und objektiver der Einzelne über die Sinne zu den Objekten der Welt in Beziehung treten kann, umso leichter lösen sich Zwänge und fixierte Denkstrukturen, die den Menschen an sich selbst binden. Er wird feiner, nimmt Unterschiede genauer wahr, wird wacher und auch beziehungsfreudiger.