Das sahasrara chakra

 

Erheb, o Seele, deinen Sinn!

Was hängst du an der Erden?

Hinauf, hinauf zum Himmel hin;

Denn du mußt himmlisch werden!

 

Ehrenfried Liebich

(1713 - 1780), deutscher, evangelischer Pfarrer und Kirchenliederdichter

 

 

 

In den Tempeln der Ägypter finden sich senkrecht zum Himmel aufragende Obelisken, freistehende hohe Steinpfeiler mit einer pyramidenförmigen Spitze. Sie symbolisierten die Verbindung zwischen der irdischen Welt und den Götterwelten.

Mit der Seelenregion in diesem chakra begegnet uns eine Absicht, die tief in der menschlichen Seele lebt und die immerzu bestrebt ist nach Verwandlung und Transzendierung der Seelenkräfte des Denkens, Fühlens und Handelns in nächsthöhere Formen.

In jedem Menschen lebt eine ständige Begehrenskraft, die ihn immer wieder zu bestimmten Willens-handlungen antreibt. Es ist nun für die Entwicklung dieses 7. Zentrums von entscheidender Bedeutung, wohin dieses Begehren ausgerichtet ist. Liegt die ganze Aufmerksamkeit und Zielrichtung für das was über die normalen existenziellen Bedürfnisse hinausgeht, innerhalb der eigenen körperlichen Verhältnisse, Sehnsüchte und Wünsche zur Welt hat dieses Begehren für die Entfaltung des sahasrara chakra noch keinen tragenden Wert. 

Es kann das menschliche Begehren auch so ausgerichtet sein, dass es die gesamte moralische Gestimmt-heit anhebt und die seelische Formung durch die Auseinandersetzung mit tieferen Sinnfragen und unvergänglichen Werten und Inhalten sucht. 

Die grundsätzlich neutrale Kraft des Begehrens kann den Menschen an die Welt binden und dadurch auch Leiden verursachen oder sie kann ihn in seinem ganzen Wesen erheben und veredeln. Die Anhebung dieser großen Triebkraft des menschlichen Willens zu wahreren Motiven und bleibenden Gesetzen des Daseins und damit zu größerer Körperfreiheit ist eine Aufgabe, die in dieser Seelenregion des 7. Zentrums wartet.

Die Zypresse, Cupressus sempervirens, prägt mit ihrem säulenförmigen aufrechten Wuchs das Bild in mediterranen Landschaften. Die schlanken Nadelbäume sind schon aus weiter Distanz eindeutig zu erkennen, wie hier auf dem Bild in Italien.

Zypressen lieben die volle Sonne und behalten ihre schlanke Säulenform mit den straff aufrecht wachsenden Ästen und Zweigen bis ins hohe Alter bei.

In der keltisch-druidischen Baumlehre wird der Zypresse die Erinnerung an die Vergänglichkeit der materiellen Welt zugeschrieben. In der Naturheilkunde wird sie als Heilpflanze bei Atemwegserkrankungen, Lungenleiden sowie bei rheumatischen Beschwerden und Gicht eingesetzt.

Die Bewegung

 

In der Übung wird der Körper zu einem Instrument, durch das sich ein seelischer Inhalt ausdrückt. Dies setzt voraus, dass vor der körperlichen Ausführung eine regsame Auseinandersetzung mit gedanklicher Aktivität über den Bedeutungsinhalt der Übung stattfindet. Durch die Gedankenbildung entstehen feinere Empfindungen, die dann über die körperliche Ausführung zum Ausdruck kommen.

Die Dominanz der körperlichen Erscheinung weicht dann zurück und die Bewegung wirkt sanft, grazil und leicht, obwohl sie durchaus präzise geformt ist. 

Das siebte Zentrum ist mit dem Begriff der "Körperfreiheit" verbunden. Der Übende der diese Seelen-region entwickeln möchte, lässt deshalb die verschiedenen Energien die aus der Übung selbst wirksam werden, unberücksichtigt und benutzt sie nicht für den eigenen Genuss.

 

Der Skorpion (vrscikasana) beginnt mit einem gewagten Sprung in den Raum. Beinahe unberührt von den Schwerekräften der Erde erhebt er sich leicht und grazil in die geschwungene Halbmondform. Sie gleicht einer Evolvente, die beim Kopf beginnend nach oben in einer sich ständig weitenden Kurvenform ausgleitet.